Globalisierung, Freihandel & Immigration sind eng verzahnt

Eine Theorie geht von diversen Voraussetzungen aus. Wenn A+B erfüllt sind, ergibt sich C. Das ist auch bei ökonomischen Theorien der Fall.

Einer der ersten Verfechter für Freihandel war David Ricardo, der den komparativen Vorteil beschrieb. Seine Schrift wird auch heute noch verwendet, wenn für „Freihandel“ geworben wird. Allerdings ging Ricardo von spezifischen Voraussetzungen aus, damit sein Modell funktioniert. Wenn es einen freien Kapitalverkehr gibt, dann gibt es keinen komparativen Vorteil. Genau diese Situation haben wir heute, wenn mittels Knopfdruck Milliarden überallhin verschoben werden können.

Ludwig von Mises, einer der Überväter der libertären Ideologie und damit der Globalisierung, schreibt in seinem 1927 erschienenen Buch „Liberalismus“ zum Thema Freihandel und Freizügigkeit. Es sei unbedingt nötig, eine völlige Freizügigkeit zu erreichen damit die Vorteile des Libertarismus (er nennt es Liberalismus) zur Geltung kommen. Auf Seite 121:

Das tritt am deutlichsten zutage bei der Freizügigkeit. Wenn der Liberalismus für jeden Menschen das Recht fordert, sich dort aufzuhalten, wo er es wünscht, so ist auch das keine „negative“ Forderung. Es gehört mit zum Wesen der auf dem Sondereigentum an den Produktionsmitteln aufgebauten Gesellschaft, dass jeder dort arbeiten und dort verzehren darf, wo es ihm am Besten dünkt. Negativ wird dieses Postulat erst dort, wo es den auf die Beschränkung der Freizügigkeit arbeitenden Kräften gegenübertritt.

Nun kennen wir die Formel Vielfalt + Nähe = Krieg. Das rechnen in rein ökonomischen Wertvorstellungen haben mich vom Libertarismus abkehren lassen, denn die wahren Kosten dieser Ideologie lassen sich kaum in Euro berechnen. Denken Sie an die vergewaltigten Frauen an Silvester in Köln.

Inzwischen gibt es auch Studien, in denen tatsächlich berechnet wurde ob Zuwanderung ein Land tatsächlich bereichert, also reicher macht. Ein Land, das langer Zeit wenig restriktiv mit Zuwanderung umgeht, sind die USA. Und daher kommt diese recht aktuelle Studie.

In Kurzform hat ein Co-Autor der Studie dazu einen Artikel veröffentlicht, in dem er zum Ergebnis kommt: Nein, Zuwanderung ist keine Bereicherung, es ist ein Nettoverlust für das Land.

Neben dem Nettoverlust an Werten wird auch die Nation zerstört, weil die Menschen die Nation ausmachen. Deswegen war Karl Marx für Freihandel, weil er wusste, dann rückt die Revolution näher. 

Aber im Allgemeinen ist heutzutage das Schutzzollsystem konservativ, während das Freihandelssystem zerstörend wirkt. Es zersetzt die bisherigen Nationalitäten und treibt den Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf die Spitze. Mit einem Wort, das System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Revolution. Und nur in diesem revolutionären Sinne, meine Herren, stimme ich für den Freihandel.

In einer Diskussion zwischen Vox Day und Dr. James Miller, PhD University of Chicago (eine der besten Wirtschaftsschulen der USA) kam das Problem zur Sprache.

Die Realität ist, dass ein sehr großes Problem dadurch entsteht, und dieses Problem ist die Arbeitsmobilität. Menschen müssen umziehen um eine Arbeit zu finden.

In den USA beträgt die Rate der Arbeitsmobilität 3.2% pro Jahr. Das im Vergleich zu Europa, vor der Gründung der EU, als nur 0.1% der arbeitenden Bevölkerung ihren Aufenthaltsort pro Jahr geändert haben. Das bedeutet das in den USA 3.2% der arbeitsfähigen Bevölkerung ihren Wohnsitz (Bundesstaat) jedes Jahr ändern. Das Problem dabei ist, das über die Zeit die Arbeitsmobilität den Bundesstaat, in dem jemand geboren wurde, als auch den neuen Aufenthaltsort, transformiert. Es gibt einen Grund warum es Aufkleber mit der Aussage gibt „Macht Washington nicht zu Kalifornien“ oder „Macht Colorado nicht zu Kalifornien“, aber es ist bereits zu spät. Die politische Kultur dieser Bundesstaaten hat sich bereits geändert und wir sehen nun die Anfänge der Kalifornisierung von Texas.

Über die Zeit haben wir nun eine Situation in der nur 40% der Menschen die im Westen der USA leben, im Bundesstaat ihrer Geburt residieren. Der Grund, warum der mittlere Westen weniger transformiert wurde, als die anderen Regionen Amerikas ist, weil 65% der Menschen die dort wohnen, auch dort geboren wurden. Wenn wir uns also die Arbeitsmobilität ansehen und wir dehnen diese auf die ganze Welt aus, was wir tun müssen, weil wir es mit der EU und dem Schengen Abkommen sehen. Der freie Fluß an Waren durch den Kontinent Europas und die Zunahme der Arbeitsmobilität, die sie sehen wollten, das bereitet immense Probleme überall in Europa. Was das bedeutet ist, das etwa 49% der Amerikaner emigrieren müssten und das Land verlassen müssten, wenn sie 35 Jahre alt werden.

Warum wollten die Menschen in UK den BREXIT? Unter anderem wegen der endlosen Zuwanderung aus osteuropäischen Staaten. Die Überfüllung der Zielstaaten ist ein immer größer werdendes Problem. Man ändert die Menschen, dadurch verändert man die Nation. Zur gleichen Zeit fehlen diese Menschen in genau diesen Staaten, diese bluten also in Personen und geistig aus.

Ergänzung 14.02.2018 
Ein aktuelles Video von Steve Keen in dem er die Probleme der klassischen Ökonomen erklärt, Ricardo eingeschlossen. Im Kern lautet ein großes Problem: Es ist möglich Maschinen zwischen Ländern zu verschieben, aber nicht zwischen verschiedenen Industrien.